SOULFOOD – So isst Israel

Verfasst von am 19. September 2016
SOULFOOD – So isst Israel

Ein deutscher Koch bewegt Israel

Der jüdisch-deutsche Auswanderer und Starkoch Tom Franz hat geschafft, worum sich die deutsche Politik seit vielen Jahren vergeblich bemüht – er hat das Bild der Deutschen in Israel verändert und gezeigt, dass es inzwischen ein modernes, junges und völlig anderes Deutschland gibt. Das hat er ganz ohne Mühe gemacht – vielmehr mit seiner stillen, liebevollen, offenen Art, mit seiner Leidenschaft für gutes Essen und mit seiner Liebe für das Land, in das er 2004 ausgewandert ist.

Der sympathische Rheinländer kochte sich im Fernsehen in die Herzen der Israelis. Er wurde dort zum Liebling der israelischen Zuschauer und gewann die Koch-Show „Masterchef“. „Heute“, sagte eine Jurorin, „kann man wieder an einen Deutschen denken und dabei lächeln.“

Mit derselben sanften Leidenschaft gestaltet, dokumentiert und moderiert Tom Franz seine kulinarische Abenteuerreise quer durch die verschiedenen Regionen und Gerichte Israels. In der dreiteiligen TV-Dokumentation „So isst Israel“ schafft er es ebenfalls, dem deutschen TV-Zuschauer einen eindrücklichen „Geschmack von Israel“ zu vermitteln.

Mit Tom Franz auf seiner kulinarischen Reise

Tom Franz zeigt ein Israel der Sinnesfreuden und Geschmacksexplosionen, der kulturellen Vielfalt und religiösen Unterschiede. Was alle Israelis eint, ist die Liebe zum Essen. Die jüdische Küche entwickelte sich in zweitausend Jahren Wanderschaft durch die Welt und ist beeinflusst von den unterschiedlichen Kulturen, in denen die Juden lebten. Aus der ganzen Welt brachten die jüdischen Einwanderer ihre Spezialitäten und Traditionen zurück in ihr heiliges Land. Israel wurde so zu einem kulinarischen Schmelztiegel: Der Geschmack Israels reicht von russisch-polnisch bis zu orientalisch – er ist gleichzeitig absolut modern und weltweit hochgradig angesagt.

Ein Lebensweg des Herzens

Wandel gehört bei Tom Franz offensichtlich zu seinem Lebensweg. In der Nähe von Köln als Sohn katholischer Eltern aufgewachsen, absolvierte er erfolgreich ein Jurastudium und hatte eine große Karriere vor sich. Doch sein Herz hängt seit einem Schüleraustausch in den Achtziger Jahren an Israel. 2004 entscheidet er sich für ein Leben in Israel. Er zieht nach Tel Aviv und konvertiert zum Judentum.

Zum Judentum gehört für Tom Franz auch dazu, koscher zu kochen und nach den Regeln der jüdischen Speisegesetze zu leben. Dass ausgerechnet er als Deutscher den Israelis ihre jüdische Esstradition wieder schmackhaft macht, scheint Teil seines völkerverbindenden Lebensweges und vielleicht auch seiner Mission, die ganz offensichtlich von einer stillen Hingabe an das, was er tut, geprägt ist. Dieser Weg führte ihn auch zu seiner Frau Dana: Tom, der konvertierte Deutsche, heiratete eine Israelin, die aus einer Familie von Holocaustüberlebenden stammt. 

Lebensfreude pur

Der beste Weg, Israel anders und neu kennenzulernen, führt durch die verschiedenen Küchentüren, die ihm offensichtlich sehr großzügig und wohlwollend geöffnet werden. Tom Franz nimmt uns mit in die koscheren Küchen von Jerusalem und zu aufregenden Spitzenköchen in Tel Aviv. Er besucht einzigartige Käsemacher in den Judäischen Hügeln, einen sozialengagierten „Fischguru“ in Akko, außergewöhnliche Winzer in Galiläa und hilft Kibbuz-Bewohnern bei der Dattelernte in der Wüste.

Seine kulinarische Reihe streift die Konflikte der Region, erzählt aber auch von Juden und Muslimen, die friedlich miteinander kochen und in ihrer Küche das schaffen, wovon die Weltpolitik seit Jahrzehnten träumt: Ein Stückchen Frieden in Nahost.

Über die Gespräche zum Kochen taucht Tom Franz tief in die Gedankenwelt seines Gegenübers ein und eröffnet über das Essen einen authentischen Zugang zum israelischen Lebensgefühl. Er schafft es, diese pure Lebensfreude und Sinnlichkeit des alltäglichen Lebens in Israel, mit seiner konzentrierten, farbenfrohen und sinnlich erzählten Dokumentation in die deutschen Wohnzimmer zu bringen.

Tom Franz ist ein großartiges Zeitdokument gelungen, was mich extrem neugierig auf Israel, seine Bewohner und die dortige Esskultur macht.

Vielen Dank Tom Franz für dieses wunderbare Werk.

Solche Menschen und Initiativen braucht unsere Welt um, das zu erreichen, was wir am dringendsten benötigen: Offenheit und Interesse für das Leben der anderen die uns umgeben.

Schauen Sie sich diese Dokumentationsreihe selbst an – es lohnt sich!

„SO ISST ISRAEL“ ist eine Koproduktion von BR, SWR und Arte mit megaherz GmbH.
http://www.br.de/mediathek/video/video/index.html?query=so+isst+israel

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