Das EntscheiderSofa by Lisa Zimmermann

Verfasst von am 14. März 2017
Das EntscheiderSofa by Lisa Zimmermann

Eine Interviewreihe mit Führungspersönlichkeiten

Endlich ist es soweit, dass ich Ihnen das EntscheiderSofa vorstellen kann.
Diese Videoreihe ist ein Projekt, das mir schon sehr lange am Herzen liegt.

In Deutschland wird Entscheidern und Unternehmern viel zu wenig Wertschätzung entgegengebracht. Das will ich ändern, indem ich Führungspersönlichkeiten in regelmäßigen Abständen zu einem Gespräch auf mein EntscheiderSofa einlade und ihnen damit ein Forum biete.


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Mein persönliches Interesse an diesem Thema

Mich persönlich beschäftigt dieses Thema schon seit meiner frühen Kindheit. Mein Vater, der im mittleren Management verschiedener Unternehmen tätig war, saß oft leidgeplagt am Frühstücktisch. Ich werde nie in meinem Leben vergessen, wie besorgt er immer wieder über die Unternehmen sprach, in denen er arbeitete. Da ich die einzige in der Familie war, die sich für ihn und seine Themen interessierte, fragte ich nach und er erzählte mir ausführlich von seinen Sorgen. Zum einen ging es um die oft problematischen Entscheidungen, besonders Finanzentscheidungen, seiner Chefs, die er dann gegenüber den Mitarbeitern vertreten mußte. Auf der anderen Seite beklagte er sich über seine Mitarbeiter, die häufig alkoholsüchtig waren und ihr Geld am Zahltag in der Kneipe ausgaben und damit ihre Familien in große Schwierigkeiten brachten. Mein Vater stand immer zwischen den Fronten und versuchte, die hintergründigen Motive beider Seiten zu verstehen und für konstruktive Lösungen zu sorgen. Leider erlebte er bei dem Versuch den Menschen in seiner Umgebung zu helfen sehr oft sein persönliches Scheitern. Das brachte ihm mehrere Magengeschwüre ein, die ihn besonders morgens am Frühstückstisch plagten. Seit dieser Zeit ist das Thema der Unternehmensführung für mich hochinteressant geblieben. Dabei hat mich die Sicht meines Vaters, der immer die Belange beider Seiten im Blick hatte, besonders geprägt.

Die allgemeine Sichtweise auf das Unternehmertum in Deutschland

In Deutschland wird sehr viel über die Rechte und Anliegen von Arbeitnehmern gesprochen. Das ist grundsätzlich gut, da jede Art der Aufmerksamkeit und Anerkennung die beste Motivationsquelle für uns Menschen ist. Was jedoch fehlt, ist die offene und interessierte Sicht auf die andere Seite, auf die Seite der beruflichen Entscheider, besonders auf die Entscheider unseres Mittelstandes.

Die Entscheider und Unternehmer sind aus meiner Sicht die Helden unserer Zeit. Da ihnen jedoch so wenig Anerkennung und Wertschätzung aus der Gesellschaft entgegengebracht wird, nenne ich sie die Helden im Hintergrund, oder die „Hidden Heroes“.
Berufliche Entscheider sind Menschen, die grundsätzlich große Verantwortung für andere Menschen übernehmen. Sie treffen permanent wichtige Entscheidungen – oft mit einem hohen Risikofaktor – sie sind initiativ, hochgradig engagiert und häufig auch sehr sozial aktiv. Sie stellen sich ganz grundsätzlich in den Dienst der Gesellschaft. Ein beruflicher Entscheider zu sein, ist ein sehr einsames Unterfangen. Meistens stehen diese Menschen völlig alleine in und mit diesem Gesamtgefüge da. In der Regel ist kaum absehbar, wer wirklich vertrauenswürdig ist und wer nur Gewinn aus ihnen schlagen will.

Die Hintergründe des negativen Images

Gleichzeitig haben Entscheider und Unternehmer in Deutschland ein sehr negatives Image. Sie gelten als Ausbeuter, Antreiber und oft sogar als Feind der Arbeitnehmer. Diese Sichtweise ist völlig veraltet, ein Relikt aus der Zeit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts. Ich rede hier in erster Linie von unserem Mittelstand, der nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist, und nicht von den großen Konzernen, den Global-Playern, die in der Tat oft eine sehr arbeitnehmerfeindliche Unternehmenspolitik an den Tag legen. Der Mittelstand besteht zu großen Teilen aus Familienunternehmen, oder aus den daraus hervorgegangenen Wirtschaftsunternehmen, die sich sehr intensiv für das Wohl ihrer Mitarbeiter einsetzen. Das diese Unternehmen ein ähnlich negatives Image wie die Großkonzerne oder die Banken in unserem Land haben ist paradox. Als Psychologin erkenne ich eine gewisse Psychodynamik, die sich aus der deutschen Geschichte erklären läßt und der man ein ganzes Buch widmen könnte. Nur soviel:

Deutschland ist ein Land, das sich seit dem zweiten Weltkrieg besonders seine sozialen Errungenschaften auf die Fahne schreibt. Das ist ein wichtiger gesellschaftspolitischer Vorgang. Das Problem dabei ist, dass der Sozialstaat als Nebeneffekt eine Opferhaltung bei den Menschen fördert und viele damit identifiziert sind. So ist es in Deutschland zur Gewohnheit – und wie ich finde zur schlechten Gewohnheit – geworden, sich eher mit den Schwachen zu identifizieren anstatt Stärke, Führungsfähigkeit und Unternehmertum anzustreben und zu fördern. Die Politiker sind „die-da-oben“, die Unternehmer „die Ausbeuter“. Diese Haltung einzunehmen ist bequem, weil man so die Verantwortung für alle Mißstände delegieren kann.

Aus tiefenpsychologischer Sicht schwächt diese Haltung eine ganze Gesellschaft. Wir zahlen alle einen hohen Preis dafür, dass nur wenige Menschen bereit sind, wirklich Verantwortung für das Ganze zu übernehmen. Diejenigen, die im wahrsten Sinne des Wortes etwas „unternehmen“ – die Verantwortung übernehmen und Stärke zeigen – werden abgelehnt. Seit neuestem folgt man sogar lieber vermeintlich starken Rattenfängern! Wirkliche Stärke, die ja nichts anderes als Selbstbestimmtheit bedeutet, ist aber entscheidend für das funktionieren einer intakten Gesellschaft. Eine florierende Wirtschaft, für die Deutschland immer noch (wie lange noch?) steht, braucht ein starkes, selbstbewusstes Unternehmertum.


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Ausblick auf Neues

Mit dem EntscheiderSofa werde ich einen Blick auf die Seite der beruflichen Entscheider ermöglichen und diesen öffentlich zugänglich machen. Dazu lade ich in regelmäßigen Abständen Entscheider, Unternehmer und Arbeitgeber auf mein Sofa – das EntscheiderSofa – ein und befrage sie zu den Hintergründen ihres Lebens und Arbeitens. In meinen Interviews spreche ich mit Menschen in beruflich verantwortlichen Positionen zu ihrer Motivation, zu dem, was sie inspiriert und was sie tagtäglich antreibt, in diesen Kreislauf aus niemals endender Herausforderung, Reibung und Frustration einzutauchen, oft ohne einen direkten und offensichtlichen Gewinn zu erlangen.

Sie sind herzliche eingeladen als Zuschauer, als Teilnehmer und auch als Unterstützer dabei zu sein. Ich würde mich freuen, wenn ich Sie für dieses Projekt begeistern kann.


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